Vier Medaillen und besondere Umstände: Andreas Waschburger überzeugt bei der Eisschwimm-EM in Molveno

Molveno (ITA), 7. Februar 2026 – Mit zwei Goldmedaillen, einmal Silber und einmal Bronze in der Staffel hat Andreas Waschburger eine erfolgreiche Europameisterschaft im Eisschwimmen im italienischen Molveno abgeschlossen. Die Titelkämpfe fanden vom 3. bis 7. Februar 2026 bei Wassertemperaturen zwischen 1,39 und 2,5 Grad Celsius statt.

Erstmals startete Waschburger dabei im Nationalkader des Deutschen Schwimm-Verbands (DSV), der das Eisschwimmen 2025 offiziell als Fachsparte in seine Struktur aufgenommen hat.

Der 39-jährige Saarländer knüpfte dabei direkt an seine Erfolge der vergangenen Jahre an. Über 500 Meter Freistil gewann er in 5:43,50 Minuten und verteidigte damit seinen Europameistertitel aus 2024. Auf dieser Strecke ist er zudem amtierender Weltmeister (2025).

Über 250 Meter Freistil belegte Waschburger in 2:44,72 Minuten Platz zwei. Auch hier setzte er seine Serie fort: Bereits bei der WM 2025 hatte er Silber über diese Distanz gewonnen.

In der Königsdisziplin über 1.000 Meter sicherte er sich in 11:46,27 Minuten erneut Gold. Nach EM-Gold 2024 und dem WM-Titel 2025 gewann er diese Strecke zum dritten Mal in Folge und sicherte sich erneut den Titel „King of the Ice“.

„Die 1.000 Meter sind jedes Mal eine Herausforderung. Die Haut brennt, die Atmung wird schwer – aber genau das macht diese Distanz für mich aus“, sagte Waschburger nach dem Rennen über seine „Hassliebe“ zu dieser längsten Strecke im Eisschwimmen.

Gemeinsam mit Alisa Fatum, Kilian Graef und Marie-Therese Bartl holte er zudem Bronze in der 4×250-Meter-Mixed-Staffel. Das deutsche Team erreichte das Ziel in 12:00,30 Minuten. Gold ging an das Team der Neutralen Athleten (INS), vor Rumänien.

Besondere Vorbereitungssituation

Die Tage vor der EM waren für Waschburger ungewöhnlich, weil die Geburt seiner Tochter Mila genau in die Phase fiel, in der andere Athleten ihre letzten Trainingsreize setzen. Die Zeit war geprägt von Klinikaufenthalten, wenig Schlaf und dem Versuch, zuhause einen ersten Rhythmus zu finden.

In seinem eigenen Rückblick ordnete Waschburger die Situation ein:

„Diese Europameisterschaft war besonders. Gerade weil im Vorfeld unklar war, wann unsere kleine Tochter zur Welt kommt und ob sich das terminlich überhaupt vereinen lässt. Die letzten zwei Wochen waren dominiert von Krankenhaus, Geburt, wenig Schlaf – und trotzdem haben wir versucht, uns allen drei irgendwie gerecht zu werden.“

Sportliche Bedeutung

Vier Starts, vier Podestplätze – eine starke Bilanz. Mit den Ergebnissen von Molveno bestätigt Waschburger seine Position als einer der konstantesten Athleten im internationalen Eisschwimmen. Über alle drei Einzelstrecken knüpfte er an seine Resultate aus EM 2024 und WM 2025 an.

Nach Abschluss der Wettkämpfe richtet er den Blick auf die kommenden Wochen:

„Jetzt bin ich froh, wieder daheim zu sein. Erstmal steht ganz viel Familienzeit an.“

Fotos: © HYLO® SPORT / Aaron Lombardozzi

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